VfB-Auftakt mit unschönen Erinnerungen

Foto: Alex Grimm/Bongarts/Getty Images

Zum Auftakt gegen den 1. FSV Mainz 05, da war doch was? Bereits zum dritten Mal in den vergangenen Jahren findet am Sonntag (15.30 Uhr) der Liga-Auftakt des VfB Stuttgart bei den Rheinhessen statt. Die Erinnerungen an die vergangenen Duelle sind keine guten.

Nicht erneut eine Saison am Rande des Abgrundes erleben will Mainz und dafür möglichst schon zum Auftakt den ersten Sieg holen. „Wenn du gut reinkommst, bewirkt das sicher sofort eine gewisse Dynamik“, sagte Trainer Sandro Schwarz vor dem Duell mit Stuttgart. Hinter der Qualität des Kaders allerdings stehen einige Fragezeichen. Zwar haben die Verkäufe von Abdou Diallo, Suat Serdar und Yoshinori Mutō eine Menge Geld in die Kasse gespült. Die dafür verpflichteten Moussa Niakhaté, Pierre Kunde und Jean-Philippe Mateta allerdings müssen erst noch beweisen, das Zeug für die Bundesliga zu haben. Trotz dieser Ungewissheiten und der durchwachsenen Vorsaison hält Schwarz aber an seiner mutigen Vorstellung von Fußball fest. „Auch mit dem Ball“ müsse seine Mannschaft „Lösungsmöglichkeiten“ haben, forderte der 39-Jährige, sie müsse das „Tempo immer wieder hochfahren“. Ein erstes Erfolgserlebnis sammelte Mainz im Pokal: Trotz einer frühen Roten Karte gegen Niakhaté setzten sich die Rheinhessen mit 3:1 gegen Aue durch. Der französische Innenverteidiger übrigens ist am Sonntag spielberechtigt, seine Sperre gilt nur für den DFB-Pokal.

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Die Erwartungshaltung ist groß in Stuttgart, umso enttäuschender war das erste Pflichtspiel der neuen Saison verlaufen: Bereits in der ersten Pokalrunde setzte es beim 0:2 in Rostock das Aus. Möglichst schnell zurück in die Spur wollen Tayfun Korkut und die Seinen nun finden. Es gilt schließlich, den siebten Platz aus der Vorsaison zu bestätigen. „Abgehakt“ sei der Pokal inzwischen, sagte VfB-Trainer Korkut, die Liga sei „noch mal was anderes“ als der Pokal. Dabei scheint es, als könne Stuttgart in der neuen Saison nur verlieren, zahlreiche Beobachter nämlich scheinen vergessen zu haben, dass der Klub erst in der Vorsaison in die Bundesliga zurückgekehrt war. Zwar haben sich die Schwaben mit Daniel Didavi, Gonzalo Castro, Borna Sosa, Pablo Maffeo, Marc-Oliver Kempf und Nicolás González potenziell gut verstärkt. Ihren Platz im Gefüge müssen die Neuen aber erst noch finden. Einer allzu hohen Erwartungshaltung hat Holger Badstuber vor dem Auftakt daher schon mal vorgebaut. „Die Leute wollen kein Spektakel, die wollen ihre Mannschaft gewinnen sehen“, sagte der Innenverteidiger. Ergebnisse aber werden sie trotzdem erwarten in Stuttgart.

1. FSV Mainz 05: Müller – Brosinski, Bell, Niakhaté, Aarón – Gbamin, Baku – De Blasis, Maxim, Holtmann – Mateta

VfB Stuttgart: Zieler – Maffeo, Pavard, Badstuber, Insúa – Castro, Ascacíbar – Gentner, Thommy – Didavi – Gómez

Es ist bereits das dritte Mal in den vergangenen zehn Jahren, dass der VfB zum Auftakt in Mainz antreten muss. Und nicht unbedingt Grund zur Hoffnung gibt die Erinnerung: 2010 setzte es ein 0:2, drei Jahre später ein 2:3. Auch in der vorigen Saison unterlagen die Schwaben bei den Rheinhessen, Mutō mit zwei Toren und Gerrit Holtmann sorgten für einen Mainzer 3:2-Erfolg bei Gegentreffern durch Badstuber und Daniel Ginczek. Auch am Sonntag dürfte es daher kaum ein Selbstläufer werden für die Stuttgarter. Kaum zu überschätzen ist dabei die Bedeutung der Partie – im Falle einer Niederlage könnte es schnell die erste Krise geben.