Völler über Herrlich: „Noch hat er unser Vertrauen“

Foto: Robert Hradil/Bongarts/Getty Images

Therapiestunde im Letzigrund: Zum dritten Mal in dieser Saison will Bayer 04 Leverkusen den Europacup nutzen, um nach der bisherigen Irrfahrt in der Liga neues Selbstvertrauen zu tanken.

Im Europa League-Duell beim Schweizer Pokalsieger FC Zürich am Donnerstagabend (18.55 Uhr) steht Bayer-Trainer Heiko Herrlich aber einmal mehr unter Bewährung wie auch in den folgenden beiden Spielen in der Bundesliga beim SV Werder Bremen und im DFB-Pokal bei Borussia Mönchengladbach. „Noch hat er unser Vertrauen. Man muss es so sagen – so ehrlich muss man sein“, sagte Leverkusens Geschäftsführer Rudi Völler, der vor dem Abflug am Mittwochmittag einen entspannten Eindruck machte und guter Dinge war: „Wir wollen mit einem guten Resultat unser Selbstvertrauen, das zuletzt ein bisschen gelitten hat, steigern.“

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Sollten Herrlich und sein Team, das ohne den angeschlagenen Nationalspieler Jonathan Tah (Verhärtung in der Wade) auskommen muss, allerdings in den restlichen drei Oktober-Spielen nicht liefern, droht dem Coach noch im Herbst das vorzeitige Aus. Der Name Ralph Hasenhüttl geistert seit Wochen unter dem Werkskreuz herum, auch Hannes Wolf, der am Dienstag beim Hamburger SV unterschrieben hat, war ein Thema bei den Verantwortlichen. „Mein Selbstvertrauen ist nach wie vor da. Ich versuche, die Mannschaft stark zu machen“, sagte Herrlich, der aber auch im Rückblick auf das magere 2:2 gegen Hannover 96 einräumte: „Das gelingt mir nicht so, wie ich es gerne hätte. Aber ich muss trotzdem die Fahne oben halten.“

„Der Kopf spielt eine ganz wichtige Rolle“

Der 46-Jährige hofft, dass in Zürich die fehlende Leichtigkeit und das mangelnde „Spielglück“ zu seiner Mannschaft zurückkehrt, die im Europacup nach bislang zwei Siegen eine hervorragende Ausgangsposition hat. „Wir haben die Möglichkeit, einen ganz großen Schritt zu gehen und können nach drei Spielen fast schon durch zu sein. Dafür brauchen wir den Hunger, und den haben wir. Ich bin guter Dinge, weil die Mannschaft auf mich einen sehr guten Eindruck macht“, sagte Herrlich, der diese Tage vor allem als Mentalcoach gefragt war: „Der Kopf spielt eine ganz wichtige Rolle. Jetzt müssen wir wieder dahinkommen, an uns zu glauben.“ Panagiotis Retsos steht Leverkusen erstmals in dieser Saison für ein Pflichtspiel zur Verfügung. Der griechische Nationalspieler hatte sich im Trainingslager der „Werkself“ in Zell am See/Kaprun im Sommer einen Sehnenteilabriss im rechten Oberschenkel zugezogen und war erst diesen Monat wieder ins Training eingestiegen.