Watzke: „Wir wollen keinen Oligarchen“

Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hat am Sonntag abermals den eingeschlagenen Kurs von Borussia Dortmund und den Verzicht auf Investoren vehement verteidigt. Die Kritik von außen nimmt der 58-Jährige gelassen.

„Wir machen keine Schulden und wollen keinen Oligarchen. Wir wollen frei sein und soviel Geld wie möglich verdienen“, erklärte Watzke bei Sky. „Wir erkennen, dass wir Grenzen haben, aber wir sind frei.“ Der Verantwortliche ist stolz auf das Erreichte: „Vor 13 Jahren haben wir 75 Millionen Euro Umsatz gemacht, jetzt sind es 500 Millionen. Da kann man schon von Wachstum sprechen. Was übrig bleibt, geben wir auch aus. Aber nicht mehr. Manchester City kann beim Scheich anrufen, das machen wir nicht und wollen wir nicht.“ Die Kritik, dass der BVB zum Ausbildungsverein verkomme, nimmt Watzke gelassen zur Kenntnis: „Wenn wir ein Ausbildungsverein für Real Madrid oder FC Barcelona sind, dann muss man damit leben.“

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Demnach tragen die Anhänger den Kurs der Klubführung mit. „Unsere Fans wollen nicht den reinen Fußball-Kapitalismuns. Borussia Dortmund ist ein Stück deutscher Fußballkultur und bleibt ein Stück deutsche Fußballkultur. Wir leisten uns den Luxus, 28.000 Stehplätze anzubieten“, sagte Watzke. Der Verantwortliche ist überzeugt, dass der BVB beim Scouting findiger als viele der großen europäischen Klubs sein muss: „Michael Zorc (BVB-Sportdirektor; Anm. d. Red.) muss das Kunststück vollbringen, für 38 oder 39 Millionen Euro einen gleich guten Spieler zu bekommen, der einen ersetzt, der für 64 Millionen gegangen ist.“

Bundesliga-Revolution? „Der mit Abstand ehrlichste Wettbewerb“

Pierre-Emerick Aubameyang hatte durch seinen Wechsel zum FC Arsenal 63,75 Millionen Euro in die Kassen der Dortmunder gespült. Allerdings, so Watzke, könne die Summe nicht eins zu eins investiert werden, weil auf erzielte Gewinne auch noch Steuern gezahlt werden müssten. Die Transfer-Ausrichtung des Klubs stellte er nicht generell infrage, wenngleich eine Nachjustierung am Saisonende möglich sei. „Vielleicht müssen wir darüber reden, dass wir einen Spieler brauchen, der etwas größer denkt“, meinte der Geschäftsführer und sprach Ex-Bayern-Profi Xabi Alonso als Beispiel an. Watzke ist indes ein strikter Gegner einer Veränderung des Spielmodus in der Bundesliga: „Der mit Abstand ehrlichste Wettbewerb ist die Bundesliga. Wenn wir unter allen Umständen wollen, dass Bayern München nicht deutscher Meister wird, dann fangt doch jedes Spiel mit 0:3 für Bayern München an. Solange Bayern München uns Hummels und Lewandowski wegholen kann, werden wir immer ein Problem haben.“

(sid)