Weiter ohne Auswärtssieg: Gladbach nur 2:2 in Wolfsburg

Foto: Martin Rose/Bongarts/Getty Images

Borussia Mönchengladbach kann auswärts weiterhin nicht gewinnen: Das 2:2 (1:1) beim VfL Wolfsburg am Samstag war die dritte Partie in der Fremde ohne Sieg für die „Fohlen“. Gegen die Niedersachsen hatten sie gleich zweimal eine Führung verspielt.

Mit einem 0:0 gegen Mainz hatte sich Wolfsburg zuletzt begnügen müssen, Bruno Labbadia veränderte seine Startelf daher auf drei Positionen. Elvis Rexhbecaj, Admir Mehmedi und Daniel Ginczek blieben zunächst draußen, dafür durften Yunus Malli, Renato Steffen und Wout Weghorst von Beginn an ran. Einmal weniger getauscht wurde bei Gladbach im Vergleich zum 3:1 gegen Frankfurt. Dieter Hecking schickte Michael Lang und Denis Zakaria anstelle von Louis Beyer und Jonas Hofmann ins Rennen.

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Abtasten? Fehlanzeige! Mit viel Schwung starteten beide Teams in die Partie, Offensive war von Beginn an Trumpf. Und so dauerte es gerade mal sieben Minuten, bis der erste Treffer fiel: Florian Neuhaus bediente Alassane Pléa an der Strafraumkante, und der Gladbacher Rekordtransfer versenkte den Ball oben rechts im Torwinkel zum 1:0 (7.). Es war Pléas bereits viertes Saisontor. Sichtlich Mühe hatte Wolfsburg eingangs mit dem aggressiven Stil der Borussia, dann aber brachte ein Fehler die Hausherren zurück in die Partie. Pléa leistete sich einen Fehlpass, Steffen versenkte den Ball aus rund 18 Metern – nach nur zwölf Minuten stand es 1:1 (12.).

Auch in Hälfte zwei ein frühes Tor

Anschließend aber beruhigte sich die Partie etwas, wenngleich beide Teams weiterhin nach Ballgewinn um schnelles Umschaltspiel bemüht waren. Den etwas gefährlicheren Eindruck machten dabei die Wolfsburger, die sich trotz der etwas defensiveren Einstellung der Gladbacher die eine oder andere Chance erarbeiteten. Weghorst etwa köpfte nach einem Freistoß von Maximilian Arnold ein, hatte zuvor aber Nico Elvedi gehalten (20.). Schiedsrichter Felix Zwayer gab den Treffer nicht. Steffen setzte zudem einen Schuss knapp über das Tor (24.). Gladbach bot zunächst nur Distanzschüsse von Thorgan Hazard (29.) und Zakaria (36.) an, erst vor der Pause erhöhten die „Fohlen“ wieder etwas den Druck. Ein weiteres Tor in Hälfte eins aber war keinem der Teams vergönnt.

Ohne Wechsel ging es in Hälfte zwei weiter – dafür aber, wie schon im ersten Durchgang, mit einem Paukenschlag. Patrick Herrmann narrte bei einem Konter drei Wolfsburger, anschließend schlenzte Hazard den Ball zum 2:1 ins Tor (48.). Erneut hatten die Gäste den VfL kalt erwischt. Und dieses Mal mussten sich die Wolfsburger erst mal kräftig schütteln, minutenlang schienen sie angeschlagen. Ein Umstand, den Gladbach nutzen wollte. Ein Pléa-Abschluss aber ging rechts am Tor vorbei (56.).

Am Ende schwinden die Kräfte

Just aber, als die Gäste die Partie in den Griff zu bekommen schienen, schlug Wolfsburg dann doch zurück: Steffen spielte Malli frei, und die Hereingabe des 26-Jährigen verwertete Weghorst zum 2:2 (59.). Anschließend wurde die Begegnung merklich ruppiger. Beide Mannschaften wollten den Sieg und gingen entsprechend engagiert zu Werke. Hin und her ging es, ein Favorit war beim Hereindämmern der Schlussphase nicht auszumachen. Beide Trainer brachten für die letzte Viertelstunde noch mal frische Kräfte: Bei Wolfsburg kam Rexhbecaj für Arnold (72.), wenig später auch Ginczek für Weghorst (83.); Gladbach-Coach Hecking brachte Michaël Cuisance und Tony Jantschke für Neuhaus und Lang (beide 73.) sowie Ibrahima Traoré für Pléa (83.).

Den etwas stärkeren Eindruck machte in den letzten Minuten der VfL, der insbesondere bei Standards gefährlich blieb. John Anthony Brooks etwa verpasste nach einer Malli-Ecke nur knapp, Matthias Ginter war zur Stelle (80.). Trotz der frischen Kräfte auf beiden Seiten aber mussten beide Teams dem hohen Tempo der ersten Minuten Tribut zollen. Immer mehr Fehler und Missverständnisse schlichen sich in der Schlussphase ein. Die Niedersachsen schlugen zwar noch ein paar Flanken in den Gladbacher Strafraum, die „Fohlen“-Abwehr aber stand sicher. Die letzte Chance hatte Ginczek, der Kopfball des Jokers aber ging drüber (90.+4).