Werder demonstriert Spitzenklub-Mentalität

Foto: Martin Rose/Bongarts/Getty Images

Die bisherige Woche stand beim SV Werder Bremen ganz im Zeichen der Enttäuschung und Selbstkritik nach dem ärgerlichen 1:1 gegen den 1. FC Nürnberg am vergangenen Sonntag. Am Donnerstag blickte Trainer Florian Kohfeldt wieder nach vorne – auf die Partie beim FC Augsburg am Samstag (15.30 Uhr).

Ganz ohne Rückblick auf die jüngste Ernüchterung verstrich aber auch die Pressekonferenz am Donnerstag nicht. „Alle haben sich hinterfragt, wie das passieren konnte. Die Jungs haben sich alle selbst damit beschäftigt und dann sind wir gemeinsam auf Fehlersuche gegangen“, berichtete Kohfeldt. Mit fünf Punkten nach drei Spielen rangieren die Norddeutschen derzeit auf Platz sieben. Mit dem gesteckten Ziel Europa wuchs aber auch die Bremer Erwartungshaltung. „Wir haben für diese Saison ein anderes Mindset in unseren Köpfen. Fünf Punkte aus den ersten drei Spielen wären letzte Saison super gewesen, heute ärgern wir uns über die Spiele, die wir nicht siegreich gestalten konnten“, sagte Linksverteidiger Ludwig Augustinsson.

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Der Schwede demonstrierte damit die neue Spitzenklub-Mentalität an der Weser. „Mit den fünf Punkten haben wir nicht das Optimum aus den Partien herausgeholt. Wir waren in allen drei Spielen die bessere Mannschaft, haben aber auch andersherum bisher unser Limit noch nicht erreicht“, stimmte Geschäftsführer Frank Baumann in den Kanon ein. So selbstkritisch sich die Bremer auch präsentierten, so sehr nahm Kohfeldt seinen bislang in der Bundesliga noch torlosen Kapitän Max Kruse in Schutz: „Das muss man differenziert betrachten. Max hat die Rolle, die er im Sommer bekommen hat, schneller angenommen, als wir es erwartet haben. Er kann Spiele entscheiden und hat unglaubliche Qualitäten.“

Kohfeldt: „Augsburg ist eine außergewöhnliche Mannschaft“

Gleichzeitig bat Kohfeldt auch um Rücksicht, da zu einem so frühen Zeitpunkt der Saison noch nicht alles funktionieren könne. „Das ist eine Frage von Rhythmus und Zusammenspiel. Deshalb bitte ich um Geduld. Das wird von Woche zu Woche besser werden“, sagte der 35-Jährige. Damit es in Augsburg tatsächlich besser wird, will Kohfeldt das Bremer Spiel an die Gegebenheiten anpassen: „Augsburg ist eine außergewöhnliche Mannschaft in der Liga, weil sie einen anderen Spielstil pflegen als alle anderen Teams. Es wird ein ganz anderes Spiel, wir werden nicht so viel den Ball haben. Das war Thema.“

In personellen Fragen blieb der Übungsleiter kryptisch. „Es kann sein, dass ich anders spielen lasse, muss aber nicht. Es wäre aber tatsächlich möglich“, meinte Kohfeldt. Last-Minute-Neuzugang Nuri Şahin stellte der gebürtige Siegener einen Einsatz von Beginn an in Aussicht: „Nuri ist so weit, dass er in der englischen Woche ein Startelf-Kandidat ist.“ Im Bezug auf mögliche Ausfälle meinte Kohfeldt, es sei „im Bereich des Möglichen, dass wir alle Spieler dabei haben“. Somit könnte auch Innenverteidiger Sebastian Langkamp nach seinen Oberschenkelproblemen in der Fuggerstadt wieder eine Alternative sein.