Werder kassiert in Mainz zweite Pleite in Folge

Foto: Alex Grimm/Bongarts/Getty Images

Angeführt von seiner Franzosen-Fraktion hat der 1. FSV Mainz 05 das vermeintliche Spitzenteam SV Werder Bremen auf Normalmaß zurechtgestutzt. Nach dem 2:6 zuletzt gegen Bayer 04 Leverkusen unterlagen die Hanseaten zum Abschluss des zehnten Spieltags bei ihrem Lieblings-Auswärtsgegner mit 1:2 (0:1). Durch die Niederlage bei den zuletzt kriselnden Mainzern hat Werder die Rückkehr in die Spitzengruppe verpasst.

Die 25.105 Zuschauer in der Mainzer Arena sahen in der Anfangsphase eine völlig zerfahrene Partie. Die ständigen Ballverluste auf beiden Seiten ließen kaum einen Spielfluss aufkommen. Die Mainzer wie auch die Bremer gewannen zumeist die Zweikämpfe in der Defensive, nach vorne ging so gut wie nichts. Nach einer Viertelstunde erhöhten die Gastgeber, die ohne René Adler, Phillipp Mwene, Ridle Baku, Emil Berggreen und Florian Müller, der sich im Training eine Innenbandverletzung im Sprunggelenk zuzog, auskommen mussten, die Schlagzahl. Der Kameruner Pierre Kunde Malong hatte die erste Chance der Begegnung (16.). Die Bremer, bei denen Ole Käuper, Fin Bartels und Aron Jóhannsson fehlten, hatten auch nach 20 Minuten noch keine gefährliche Szene vorzuweisen – trotz des enormen Potenzials in der Offensive. Die Vorstellung der Mannschaft von Trainer Florian Kohfeldt war bis zu diesem Zeitpunkt enttäuschend.

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So war es nicht verwunderlich, dass die Mainzer die Schwäche der Norddeutschen zur Führung nutzten. Der Franzose Jean-Philippe Mateta, der im Sommer für die FSV-Rekordablöse von acht Millionen Euro an den Rhein kam, erzielte sein zweites Saisontor – unter gütiger Hilfe von Niklas Moisander (25.). Sieben Minuten später hätten die Mainzer ihre Führung eigentlich ausbauen müssen. Nach einem Fehler von Werder-Torwart Jiri Pavlenka konnten jedoch weder Kapitän Stefan Bell noch Danny Latza vollstrecken (32.). Der miserable Auftritt seiner Schützlinge ließ Werder-Coach Kohfeldt an der Seitenlinie wüten, aufwecken konnte er seine Elf dennoch nicht.

Werder wird aktiver, Mainz trifft

Das gelang dem Trainer erst in der Kabine. Zu Beginn des zweiten Durchgangs präsentierten sich die Gäste wesentlich aktiver. Die Versäumnisse der ersten Hälfte holten die Bremer dennoch ein, Jean-Philippe Gbamin traf aus der Distanz – zum ersten Mal in der Saison (51.). Kohfeldt reagierte umgehend und brachte bei einem Doppelwechsel unter anderem Claudio Pizarro, der dann auch noch einmal für Spannung sorgte (78.). Max Kruse scheiterte anschließend noch an Robin Zentner, der etatmäßigen Nummer drei der Gastgeber. Nach zuvor sieben Pflichtspielen ohne Sieg reichten den Mainzern einfache Mittel wie Laufstärke und Einsatzwille zum Dreier. Durch den Sieg kletterte der FSV auf den zwölften Platz.