Werder landet in der Wirklichkeit: Bremen ist (noch) kein Spitzenteam

Foto: Alex Grimm/Bongarts/Getty Images

Der SV Werder Bremen ist noch keine Spitzenmannschaft der Fußball-Bundesliga – das hat die zweite Niederlage in Folge deutlich gemacht. Noch bevor der Flieger am späten Abend Richtung Bremen abhob, musste Werder die harte Landung in der Wirklichkeit verdauen.

„Wir sind wieder in der Realität angekommen“, kommentierte Maximilian Eggestein die zweite Niederlage in Folge. „Wir müssen schnellstmöglich dahin zurück, wo wir an den ersten acht Spieltagen waren.“ Nach eben jenen acht Partien wurden die Hanseaten bereits als Topteam gehandelt. Davon kann nach der Pleite gegen Bayer 04 Leverkusen (2:6) und dem 1:2 (0:1) beim 1. FSV Mainz 05 keine Rede mehr sein. Das gestand auch Florian Kohfeldt nach der schwachen Vorstellung beim FSV ein. „Sämtliche Dinge, die elementar für unser Spiel sind, waren nicht da. Wir waren weit weg von unserem Limit“, sagte 36-Jährige. „Diese Spiele, die nicht unbedingt die absoluten Topspiele sind, musst du mit 1000 Prozent angehen, wenn du oben bleiben willst – da musst du Schaum vorm Mund haben. Davon war nichts da, das müssen wir lernen.“

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Trotz dieser ernüchternden Analyse gibt es für Kohfeldt keinen Grund, in Aktionismus zu verfallen. „Wir sind keine Top-Mannschaft. Wir wollen zwar nach Europa – das heißt aber nicht, dass wir es müssen“, betonte der Coach. „Wir sind immer noch Sechster – wir haben also noch eine Top-Ausgangsposition mit Blick auf unser Ziel. Wir werden Ruhe bewahren und dann sehr zeitnah auch wieder Bundesliga-Spiele gewinnen.“ Dann muss allerdings schon in der kommenden Partie gegen Borussia Mönchengladbach eine ganz andere Leistung als in Mainz her. Unter den Augen von Bundestrainer Joachim Löw wachte Werder erst nach rund einer Stunde auf. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Franzosen Jean-Philippe Mateta (25.) und Jean-Philippe Gbamin (51.) den FSV, der zuvor in sieben Pflichtspielen nicht gewonnen hatte, längst auf die Siegerstraße gebracht. Daran konnte auch das Tor des eingewechselten Werder-Oldies Claudio Pizarro (78.) nichts mehr ändern.

„Müssen aufpassen, dass wir nicht abrutschen“

Einen Knacks nach den beiden jüngsten Pleiten befürchtet der Sportchef aber nicht. „Die Mannschaft ist selbstkritisch genug – und sie hat schon häufig bewiesen, dass sie es besser kann. Wir müssen eben immer ans Limit gehen, wenn wir bestehen wollen“, äußerte Frank Baumann. „Wir konnten das Lob richtig einordnen, und wir können die beiden Niederlagen richtig einordnen. Dass man gegen Leverkusen und in Mainz verliert, ist nichts, was komplett ausgeschlossen ist.“ Ein wenig düsterer war allerdings das Bild, das Pizarro malte. „Seit ich hier bin, war die erste Halbzeit das Schlechteste, was wir bisher gespielt haben. Wir haben keinen Fußball gespielt, keine Zweikämpfe geführt. Das war ganz schlecht“, sagte der 40 Jahre alter Peruaner. „Das ist jetzt eine schwierige Situation. Wir müssen aufpassen, dass wir nicht abrutschen.“