Werder-Präsident sieht AfD-Wähler im Stadion kritisch

Foto: Jürgen Schwarz/Bongarts/Getty Images

AfD-Anhänger in der Fankurve werden beim SV Werder Bremen kritisch gesehen. Vereinspräsident Hubertus Hess-Grunewald sieht die Bundesliga-Klubs in der Pflicht, einen Beitrag zur demokratischen Zivilgesellschaft zu leisten.

„Jeder AfD-Wähler sollte schon wissen, dass es ein Widerspruch ist, Werder gut zu finden und die AfD zu wählen“, sagte Hess-Grunewald im Interview des Weser-Kurier. „Ein Großteil der Stadionbesucher“ sei sich bewusst, für welche Werte der Verein stehe, erklärte der Werder-Präsident weiter, „und dass man sich in einer Minderheitenposition befindet, wenn das mit dem eigenen Wertesystem nicht überein gebracht werden kann“. Verbieten aber wolle er auch AfD-Wählern den Stadionbesuch natürlich nicht. Stattdessen sollten diese sich „mit unserer Haltung auseinandersetzen“, so der 57-Jährige, „und sich vielleicht überzeugen lassen, sich doch für eine offene, tolerante Gesellschaft ohne Ausgrenzung und Populismus einzusetzen“.

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Ohnehin sieht Hess-Grunewald die Bundesliga-Klubs gefordert, sich vermehrt für „Humanismus, Toleranz und Mitmenschlichkeit“ einzusetzen. „Sie sind sogar in der Pflicht, dabei mitzuhelfen, weil der Fußball, wie wir ihn lieben, nur in einer vielfältigen, toleranten und humanen Zivilgesellschaft funktionieren kann“, sagte er. Bei Werder etwa habe sich die Fanszene durch den Protest gegen rechts geformt. „Dass unsere Fanszene Werte so aktiv mitträgt, die sich gegen Gewalt, Rassismus oder Homophobie richten und auch unserer Denkweise als Verein entsprechen, sollten wir unterstützen“, forderte Hess-Grunewald. „Die Haltung der Kurve deckt sich in diesen Punkten in weiten Teilen mit der Haltung, für die Werder steht.“