Werder will Heimserie gegen Nürnberg ausbauen

Foto: Stuart Franklin/Bongarts/Getty Images

Der SV Werder Bremen empfängt am Sonntag (15.30 Uhr) Aufsteiger 1. FC Nürnberg. Während die Bremer den starken Saisonstart ausbauen wollen, plant der „Club“, die Heimserie der Grün-Weißen zu beenden.

Florian Kohfeldt musste in seinen ersten 13 Ligapartien vor heimischer Kulisse als Werder-Coach nicht eine einzige Niederlage hinnehmen – Otto Rehhagel hatte zum Start einst 14 ungeschlagene Heimspiele hingelegt. Somit könnte Kohfeldt gegen Nürnberg Historisches erreichen und den vereinsinternen Rekord einstellen. Die Aussicht darauf ließ den Übungsleiter im Vorfeld allerdings kalt. „Persönlich bedeutet mir das nichts, aber es würde mich schon freuen, weil es die Konstanz der Mannschaft belegt“, meinte er am Freitag. Der 35-Jährige fokussiert sich voll und ganz auf das Wesentliche: „Wir wollen besser und schöner spielen, aber vor allem erfolgreich.“ Zuletzt siegten die Bremer mit 2:1 bei Eintracht Frankfurt und holten damit vier Punkte nach zwei Spieltagen. Während Innenverteidiger Sebastian Langkamp (Oberschenkelprobleme) für Sonntag ausfällt, steht Stammkeeper Jiri Pavlenka nach überstandener Gehirnerschütterung zur Verfügung. Ob Neuzugang Nuri Şahin seine Chance von Beginn an bekommen wird, ließ Kohfeldt noch offen.

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Der 1. FC Nürnberg startete deutlich schlechter in die neue Spielzeit: Nach einem 0:1 bei Hertha BSC und einem 1:1 gegen den 1. FSV Mainz 05 steht erst ein Punkt zu Buche. Das Problem stellte jeweils die Offensive dar, die in Berlin zu wenige Chancen kreierte und gegen Mainz zu viele ungenutzt ließ. Mit Virgil Misidjan und Matheus Pereira verpflichteten die Franken kurz vor dem Ende der sommerlichen Transferperiode zwei Flügelstürmer, die Abhilfe leisten sollen. „Unsere Offensivstärke hat in der Länderspielpause wieder zugenommen, die Abläufe mit den Neuen werden immer besser“, meinte FCN-Coach Michael Köllner am Freitag. Trotz der Zuversicht weiß der 48-Jährige um die Kräfteverhältnisse: „Bremen ist sicherlich der Favorit. Sie haben in den letzten 14 Heimspielen nicht verloren. Das zeigt die Qualität, aber das macht auch den Reiz dieser Aufgabe aus.“ Der Nürnberger Übungsleiter muss im Weserstadion möglicherweise auf den erkälteten Enrico Valentini verzichten. Als Alternative für rechts hinten stünde Robert Bauer parat, der Bremen erst im Sommer in Richtung Nürnberg verlassen hatte.

SV Werder Bremen: Pavlenka – Gebre Selassie, Veljković, Moisander, Augustinsson – Bargfrede – Eggestein, Klaassen – Harnik, Ōsako – Kruse

1. FC Nürnberg: Bredlow – Valentini, Margreitter, Mühl, Leibold – Petrák – Pereira, Behrens, Kubo, Misidjan – Ishak

Die Rollenverteilung ist relativ klar: Werder ist im eigenen Stadion der Favorit, Aufsteiger Nürnberg reist als Außenseiter an. Allerdings zeigten die Franken sowohl in Berlin als auch gegen Mainz eine engagierte Leistung und verpassten eine bessere Punkteausbeute jeweils nur knapp. Bremens Trainer Kohfeldt tut gut daran, die Konzentration seiner Spieler auch vor dem Duell mit dem „Club“ hochzuhalten.