Werner träumt und sorgt für Unruhe

Lange Zeit galt Timo Werner als Musterschüler und Aushängeschild bei RB Leipzig. Sein persönlicher Aufstieg war eng mit der Entwicklung der Sachsen verknüpft. Doch seit einigen Wochen zeigt die heile Welt Risse.

Werner eckt in der Mannschaft an, wird kritisiert und spricht über seinen Traum von der Premier League. Nähert sich die erfolgreiche Liaison dem Ende? Bis Sommer 2020 steht Werner beim Vizemeister noch unter Vertrag. Der Klub würde gerne verlängern, doch der Stürmer ziert sich. Nach seinem rasanten Aufstieg zur Nummer eins im Angriff der deutschen Nationalmannschaft stehen europäische Top-Klubs nicht erst seit gestern Schlange.

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Passend dazu gab der sonst so bodenständig wirkende Werner in dieser Woche bekannt, dass er sich mit seinen Gedanken nicht immer nur im Hier und Jetzt befinde. Ja, er träume, verriet Werner, und zwar nicht nur von RB Leipzig, sondern vom Fußball in England. So ein Kokettieren mit anderen Ländern kannte man in Leipzig bislang nur von Emil Forsberg, der sich gerne mit dem AC Mailand in Verbindung bringt. Werner verriet, dass es ihm Manchester United und der FC Liverpool angetan hätten, schob aber hinterher, dass ein Wechsel nach England „wahrscheinlich nicht in den kommenden Jahren“ infrage komme.

Hasenhüttls Rat an seinen Stürmer

In der Bundesliga blieb der Confed Cup-Sieger zuletzt sechs Spiele in Folge ohne Treffer – eine ungewöhnliche Serie für Werner, der in zehn Länderspielen bislang siebenmal traf. Frustriert vom eigenen Misserfolg verlor der frühere Stuttgarter vor dem Achtelfinal-Hinspiel in der Europa League am Donnerstagabend gegen Zenit St. Petersburg seine Souveränität. Auf schlechte Pässe von Mitspielern reagierte Werner mit abwertenden Gesten und zog sich dadurch den Zorn seines Trainers zu. „Wenn er auch mal einem schlechten Ball nachjagt, anstatt abzuwinken, das wäre auch ein gutes Signal für die Mannschaft“, sagte Ralph Hasenhüttl. Werner gehe es „wie jedem Stürmer, der eine Zeit nicht getroffen hat. Da merkt man schon, dass er nicht allerbester Laune ist“, erklärte der Österreicher.

(sid)