Wiedergutmachung gelungen: Augsburg feiert Caiuby

Foto: Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images

Der Brasilianer Caiuby ist beim auf Bodenständigkeit bedachten FC Augsburg so etwas wie die Skandalnudel: Gegen den 1. FSV Mainz 05 (3:2) zeigte er mal wieder seinen sportlichen Wert.

„Kai-Uwe“ hatte keine Lust zu reden. Die Anhänger des FC Augsburg feierten ihn, das reichte Caiuby Francisco da Silva an diesem Abend. Sein einziger Kommentar, als er vom Spielfeld in die Kabine eilte, war ein Wackeln mit dem erhobenen rechten Zeigefinger, mit dem er signalisierte: „Nein, nein, nein.“ Stellungnahmen abgeben zu den zahlreichen Verfehlungen in den vergangenen Tagen und Wochen? Das wollte der Brasilianer lieber nicht.

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Dafür redeten nach dem Erfolg im DFB-Pokal gegen Mainz andere über „Kai-Uwe“, wie Caiuby in Augsburg liebevoll genannt wird. „Traumhaftes Tor, überragend gemacht, eine Willensleistung, wie er sich da durchsetzt“, schwärmte Geschäftsführer Stefan Reuter über den Siegtreffer des 30 Jahre alten Angreifers in der 105. Minute. „Er ist einer, der immer Vollgas gibt, sich immer voll reinhaut, da kann man ihm nichts vorwerfen.“ Vorwürfe gab es zuletzt genug. Caiuby kam im Sommer verspätet aus dem Urlaub zurück, er verpasste das erste Trainingslager – der Verein brummte ihm eine Geldstrafe auf. Vor zwei Wochen wurde er wegen Schwarzfahrens zu einer Geldstrafe von 22.500 Euro verurteilt. Vergangene Woche kam er zweimal zu spät und wurde aus dem Kader für das Spiel bei Hannover 96 gestrichen. Darüber hinaus läuft gegen ihn ein Verfahren wegen Körperverletzung.

„Deswegen verzeiht eine Mannschaft das so einem Spieler auch“

Caiuby ist also so etwas wie die Skandalnudel bei den auf Bodenständigkeit bedachten Augsburgern. Dem Binnenklima einer Mannschaft ist derlei nicht unbedingt zuträglich. Das „Thema Disziplin ist extrem wichtig“, sagte Trainer Manuel Baum. „Es ist wichtig, dass du Regeln einhältst“, ergänzte Reuter. Doch Caiuby scheint Kredit zu genießen. „Was bei ihm heraussticht: Dass er sich für die Jungs reinhaut, deswegen verzeiht eine Mannschaft das so einem Spieler auch“, betonte Reuter. Caiuby habe dem Team in der Tat etwas zurückgegeben, sagte Martin Hinteregger. Viel fehlte freilich nicht, und es wäre nicht so weit gekommen: Mainz war vor allem in der ersten Halbzeit überlegen, vergaß allerdings, ein paar Tore mehr zu erzielen. Erst in der 86. Minute rettete Michael Gregoritsch die Augsburger in die Verlängerung. Zuvor hatten die Mainzer Philipp Mwene (19.) und Robin Quaison (45.) sowie deren Mannschaftskapitän Stefan Bell (40., Eigentor) getroffen.