Woche für Woche ein neuer Tiefpunkt

Beim Hamburger SV scheinen dieser Tage die Lichter auszugehen. Wie man es besser macht, bewies am Samstag der Gegner, der mit Florian Müller den Mann des Tages aus dem Hut zauberte. Top und Flop des 25. Spieltags.

Top: Florian Müller
Viel Masse, wenig Klasse? Schon ein kleines Torwartproblem war dem 1. FSV Mainz 05 in den vergangenen Monaten angedichtet worden. Mal leistete sich Robin Zentner einen Aussetzer, dann griff der genesene René Adler im Pokal daneben. Am vergangenen Samstag nun fielen beide Keeper aus, und so mancher Fan wähnte dies bereits als schlechtes Omen für den Kellerkracher gegen Hamburg. Mit Florian Müller schließlich gab ein 20-Jähriger sein Debüt unter größtmöglichem Druck. Gerade mal 90 Minuten plus Halbzeitpause und Nachspielzeit später jedoch durfte sich ebendieser Müller als Mann des Tages feiern lassen. „Überragend“ sei die Leistung seines Tormannes gewesen, lobte Sandro Schwarz. Sechsmal hatte Müller beherzt zugegriffen, darunter waren herausragende Reflexe gegen Sven Schipplock und Filip Kostić. Sein Meisterstück lieferte der 20-Jährige nach rund einer Stunde, als er einen Kostić-Strafstoß entschärfte. Damit rettete er dem ansonsten völlig blutleeren Mainz im Alleingang das 0:0 und damit den Sieben-Punkte-Vorsprung auf den Relegationsrang.

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Flop: Hamburger SV
Was aus Mainzer Sicht ein Vorsprung ist, ist für Hamburg ein Rückstand. Große Hoffnungen hatten sie beim HSV in die Partie gelegt, extra ein Kurztrainingslager vorab abgehalten – doch Pustekuchen! Mal wieder setzte es an der Elbe einen Rückschlag. Zwar hatte die Mannschaft gegen die Rheinhessen gezeigt, dass durchaus noch Leben in ihr steckt. Zugleich aber war das 0:0 ein Offenbarungseid: Selbst topmotiviert scheint die Truppe keine Bundesliga-Reife zu besitzen. Angesichts des Sieben-Punkte-Rückstandes, der mit nur 18 Toren schlechtesten Offensive der Liga und nunmehr zwölf Spielen ohne Sieg scheinen die Lichter auszugehen beim „Dino“. Selbst Bernd Hollerbach schien anschließend ein wenig ratlos. „Es liegt in meiner Natur, niemals aufzugeben“, sagte der HSV-Coach zwar pflichtschuldig. Anschließend aber räumte er ein: „Wir haben noch neun Endspiele, müssen aber nicht drumherum reden, dass es richtig schwer wird.“ Der Tiefpunkt scheint erreicht – doch damit kennen sie sich ja aus in Hamburg.