Wolfsburg hält durch 1:0 in Kiel die Klasse

Der VfL Wolfsburg rettet sich in der zweiten Saison in Folge in der Relegation, Zweitligist Holstein Kiel verpasst dagegen den Aufstieg. Nach dem 3:1-Heimsieg im Hinspiel reicht den „Wölfen“ am Montagabend ein glanzloser 1:0 (0:0)-Sieg im Rückspiel gegen den tapferen, aber letztlich zu harmlos auftretenden Underdog.

Kiels Trainer Markus Anfang schickte in seinem Abschiedsspiel eine im Vergleich zum Hinspiel auf drei Positionen veränderte Startelf ins Rennen. Der offensivere Alexander Mühling begann für Dominic Peitz im zentralen Mittelfeld, Aaron Seydel nahm den Platz auf der linken Außenbahn von Steven Lewerenz ein und Tom Weilandt ersetzte den angeschlagenen Top-Scorer Dominick Drexler (muskuläre Probleme). VfL-Coach Bruno Labbadia vertraute dagegen derselben Elf wie beim Hinspiel-Sieg am vergangenen Donnerstag.

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Von Beginn an war die Begegnung von hoher Intensität geprägt, beide Teams agierten mutig nach vorne. Die erste gute Chance hatten die „Wölfe“: Felix Uduokhai kam nach einer Flanke von Maximilian Arnold völlig frei zum Kopfball, erwischte die Kugel aber nicht richtig (2.). Auf der anderen Seite drückte Seydel aus halblinker Position ab und verfehlte das Tor nur haarscharf (14.). Dann meldete sich der Bundesligist wieder zurück – und jubelte zunächst. Yunus Malli überwand Holstein-Keeper Kenneth Kronholm nach einem Konter aus kurzer Distanz. Doch Schiedsrichter Daniel Siebert nahm den Treffer nach Absprache mit dem Video-Assistenten zurück, da Angreifer Divock Origi Kronholm in einer Abseitsposition die Sicht genommen hatte (17.).

Der VfL blieb aber gefährlich. Robin Knoche kam im Fünfmeterraum aus der Drehung zum Schuss, verfehlte jedoch knapp (23.). Optisch überlegen war allerdings in dieser Phase der Underdog aus Kiel, der sich ballsicher und mutig präsentierte. Bis auf einen ungenauen Freistoß von Rafael Czichos (29.) fehlten aber Torraumszenen. Die „Wölfe“ näherten sich in Person von Josip Brekalo dem Tor an. Der 19-jährige Kroate verzog aus spitzem Winkel aber (42.). Kurz vor der Pause ergab sich noch eine gute Möglichkeit für Kiel. Nach einem schönen Spielzug kam David Kinsombi aus kurzer Distanz zum Abschluss, stellte VfL-Schlussmann Koen Casteels aber vor keine großen Probleme (45.+1).

Knoche besorgt die Führung – Kiel-Ausgleich aberkannt

Beide Teams gingen unverändert in den zweiten Durchgang. Und Kiel gelang beinahe der Blitzstart: Nach einer Flanke von Patrick Herrmann zwang Seydel Casteels mit der Hacke zu einer Glanzparade (47.). In der Folge fehlte es den Norddeutschen aber weiterhin an klaren Torchancen, während die Wolfsburger das Resultat abgeklärt verwalteten. Mit zunehmender Spieldauer setzte der VfL Nadelstiche. Arnold prüfte Kronholm aus spitzem Winkel, der Schlussmann klärte zur Ecke. Die trat erneut Arnold auf den ersten Pfosten, wo Knoche freistehend zum 1:0 einköpfte und für die Vorentscheidung sorgte (75.).

Der Gegentreffer saß dem Zweitligisten spürbar in den Gliedern. Origi hatte nur wenig später die Möglichkeit zu erhöhen, zielte allein vor Kronholm aber am Tor vorbei (82.). Für kurze Zeit herrschte bei den Gastgebern noch einmal Aufbruchstimmung – nach einem Eckball von Ducksch beförderte Czichos den Ball mit dem Arm über die Linie (86.). Doch Referee Siebert griff wieder auf den Videobeweis zurück und gab den Ausgleichstreffer nicht. Kurz darauf war Schluss.