Wolfsburg und Hertha trennen sich 2:2

Foto: Martin Rose/Bongarts/Getty Images

Der VfL Wolfsburg und Hertha BSC trennten sich am Samstagnachmittag nach einem Spektakel in der Schlussphase mit 2:2 (0:0). Damit lassen beide Klubs zum ersten Mal in dieser Saison Punkte liegen.

VfL-Coach Bruno Labbadia veränderte seine Anfangsformation gegenüber dem 3:1 bei Bayer 04 Leverkusen auf einer Position: Koen Casteels kehrte nach der Geburt seiner Tochter ins Tor zurück, Pavao Pervan nahm dafür wieder auf der Bank Platz. Hertha-Trainer Pál Dárdai nahm nach dem 2:0 beim FC Schalke 04 zwei Änderungen vor: Rückkehrer Marvin Plattenhardt und Javairô Dilrosun ersetzten Karim Rekik (Adduktorenverletzung) und Maximilian Mittelstädt (Verletzung am Hand- und Sprunggelenk). Außerdem stellte der Ungar taktisch um und ließ im 4-1-4-1-System statt im 3-5-2 spielen.

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Die „Wölfe“ begannen engagiert und wollten direkt klar stellen, wer Herr im Haus ist: Jérôme Roussillon verpasste zweimal jeweils nach einer Ecke per Distanzschuss aus dem Rückraum die frühe Führung (2., 3.). Kurz darauf kam Yannick Gerhardt aus spitzem Winkel zum Abschluss, Hertha-Keeper Rune Jarstein parierte (5.). Die Gäste kamen in den Anfangsminuten nicht auf Betriebstemperatur. Nachdem Jarstein gegen Williams abgefälschte Hereingabe retten musste (15.), kam schließlich auch die Hertha zum ersten Abschluss: Der Ex-Berliner John Anthony Brooks verlor im Mittelfeld den Ball, Salomon Kalou zielte anschließend aus 20 Metern zu hoch und übersah dabei den mitgelaufenen Vedad Ibišević auf der rechten Seite (18.).

Partie verflacht stark – Dilrosun trifft beim Startelf-Debüt

In der Folge nahm der Wolfsburger Druck etwas ab, die „Alte Dame“ erarbeitete sich mehr Spielanteile. Brooks köpfte nach Williams Flanke deutlich über das Berliner Tor (25.). Die Partie verflachte Mitte der ersten Hälfte zusehends. Beide Mannschaften zeigten Probleme, einen ordentlichen Spielaufbau zu erzeugen. Nach einer guten halben Stunde intensivierten die „Wölfe“ ihre Offensivbemühungen wieder, bissen sich jedoch ein ums andere Mal an der Gäste-Verteidigung die Zähne aus. Der VfL stand sich aber auch selbst im Weg: Roussillon erhielt auf der linken Seite immer wieder Raum, seine scharfen Hereingaben fanden aber keinen Abnehmer (33., 38.). Auf der Gegenseite prüfte Marko Grujić VfL-Keeper Casteels kurz vor der Pause per Kopf (43.).

Die Wolfsburger starteten auch im zweiten Durchgang spielbestimmend, agierten im letzten Drittel aber zu unpräzise. Nach fünf Minuten übernahm die Hertha die Kontrolle über die Partie. Torchancen waren Mangelware, Jordan Torunarigha (58.) und Gerhardt (59.) zielten weit daneben. Ein großer Fehler von William brachte Leben in die Volkswagen-Arena: Der Brasilianer leistete sich einen Fehlpass im Mittelfeld, Dilrosun zog mit Tempo in den Strafraum und vollendete aus halblinker Position ins lange Eck zur 1:0-Führung (61.). Labbadia reagierte sofort und brachte Admir Mehmedi für Josip Brekalo (62.). Kurz darauf scheiterte Wout Weghorst aus kurzer Distanz nach Zuspiel von William am stark parierenden Jarstein (66.).

Turbulente Schlussminuten: Wolfsburg gleicht zweimal aus

Labbadia stärkte weiter die Offensive und ersetzte Renato Steffen durch Daniel Ginczek (67.). Das erhöhte Risiko der Wolfsburger eröffnete Räume für die Gäste: Valentino Lazaro versuchte sich aus der Distanz, Casteels konnte den Ball festhalten (71.). Für die Schlussphase wechselte auch Dárdai zweimal: Der angeschlagene Torunarigha und Ibišević machten Platz, Fabian Lustenberger und Davie Selke, der sein Comeback nach ausgeheiltem Lungenriss feierte, kamen in die Partie (74.). Die Gastgeber bemühten sich, scheiterten aber immer wieder an der eigenen Ungenauigkeit. Gerhardt verfehlte nach Doppelpass mit Mehmedi das Berliner Gehäuse (80.), kurz darauf musste er Yunus Malli weichen (83.).

Die Berliner ließen sich immer weiter in die Defensive drängen und mussten den Ausgleich hinnehmen: Arne Maier brachte Maximilian Arnold auf der Strafraumlinie zu Fall, Schiedsrichter Christian Dingert entschied nach Rücksprache mit Video-Assistent Robert Hartmann auf Elfmeter. Der eingewechselte Malli ließ Jarstein mit einem präzisen Schuss ins rechte Eck keine Chance (87.). Der Ausgleich war aber nur der Auftakt in turbulente Schlussminuten: Erst verwandelte Ondrej Duda einen Freistoß frech unter der Mauer hindurch zur erneuten Berliner Führung (90.+1), dann schlug Mehmedi nach Vorarbeit von Brooks per Rechtsschuss aus wenigen Metern noch einmal zurück und sorgte für den unterm Strich gerechten 2:2-Endstand (90.+3).