Wood erleichtert: „Endlich hat es geklappt“

Foto: Oliver Hardt/Bongarts/Getty Images

Die Erleichterung über das Ende seiner Leidenszeit stand Bobby Wood in sein schweißnasses Gesicht geschrieben, der US-Amerikaner konnte fast nur noch flüstern. Dank Wood ist Hannover 96 in der Bundesliga erst einmal nicht mehr auf dem Holzweg.

„Endlich hat es geklappt. Das war eine Leistung, auf der man aufbauen kann“, sagte der Torjäger und meinte damit sowohl den 3:1 (2:0)-Sieg als auch seine beiden Tore, die ersten seit mehr als einem Jahr. Weil der VfB Stuttgart nach einer grausamen ersten Halbzeit auch nach dem Seitenwechsel nicht mehr die Kurve bekam, gibt Hannover die rote Laterne an die Schwaben weiter. Weil Wood (30., 45.+1) nach Flanken von Miiko Albornoz zweimal freistehend per Kopf traf. Allen internen Treueschwüren und Solidaritätsbekundungen zum Trotz pustete auch Trainer André Breitenreiter nach dem ersehnten ersten Saisonsieg im siebten Spiel unüberhörbar durch: „So sieht die Tabelle schon ein wenig schöner aus. Wir genießen diesen Moment, wissen aber auch, dass das nur der erste Schritt war.“

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Ein Schritt, der die Norddeutschen zumindest auf Relegationsrang 16 brachte und nicht nur wegen der starken Leistung von Wood Mut machte für die kommenden Wochen. Für seinen Coach war die Galashow des beim HSV quasi vom Hof gejagten Angreifers keine Überraschung. „Bobby hatte eine gute Trainingswoche, deshalb hat er auch von Beginn an gespielt“, sagte Breitenreiter. Ein Vertrauensbeweis, den der 25-Jährige mit einer starken Leistung rechtfertigte. Dazu gehörte auch eine Verwirrungstaktik, die die Defensive der Schwaben tatsächlich mehrfach durcheinanderbrachte. Auch beim dritten Tor für Hannover durch Ihlas Bebou in der Nachspielzeit. „Wir wollten irgendwie Theater machen und haben immer die Positionen gewechselt“, verriet Wood, den der HSV für eine Leihgebühr von nur 1,5 Millionen Euro von der Elbe an die Leine hatte ziehen lassen.

Kinds Forderung: „Absteigen sollten wir nicht“

Schon vor der Partie hatte Martin Kind sein besonderes Vertrauensverhältnis zu Breitenreiter und 96-Sportdirektor Horst Heldt bekräftigt. „Wir wollen mit diesen beiden Herren den Klub stabilisieren und weiterentwickeln“, sagte der 96-Präsident bei Sky. Beide unterzeichneten kürzlich Verträge bei den „Roten“ bis 2021. Einen Freifahrtschein stellt der 74-Jährige seinen leitenden Angestellten allerdings nicht aus: „Absteigen sollten wir nicht, das kann man deutlich sagen.“ Man sollte also in Hannover tunlichst nicht auf den Holzweg zurückkehren.