Wood köpft Hannover zum ersten Saisonsieg

Foto: Oliver Hardt/Bongarts/Getty Images

Hannover 96 konnte am siebten Spieltag den ersten Saisonsieg einfahren. Die Niedersachsen schlugen den VfB Stuttgart vor heimischer Kulisse mit 3:1 (2:0) und gaben die rote Laterne an die Schwaben ab.

96-Coach André Breitenreiter veränderte seine Anfangsformation gegenüber dem 1:4 in Frankfurt auf drei Positionen: Josip Elez, Takuma Asano und Bobby Wood ersetzten Oliver Sorg, Julian Korb (beide nicht im Kader) und Iver Fossum (Bank). VfB-Trainer Tayfun Korkut nahm nach dem 2:1 gegen den SV Werder Bremen zwei Wechsel an seiner Startelf vor: Holger Badstuber und Gonzalo Castro begannen, Dennis Aogo (Muskelfaserriss) sowie Anastasios Donis (Muskelbündelriss) konnten die Auswärtsfahrt nicht antreten.

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Die Hausherren begannen feldüberlegen und ließen den Ball in den Anfangsminuten durch die eigenen Reihen laufen. Hannover zeigte gute offensive Ansätze, Timo Baumgartl klärte nach einer Flanke von der rechten Seite in höchster Not vor Asano (6.). Wenig später setzte Pirmin Schwegler einen ersten Abschluss über das Stuttgarter Tor (8.). Bereits nach einer knappen Viertelstunde musste Asano den Platz angeschlagen verlassen, Genki Haraguchi ersetzte ihn (14.). Der VfB machte die Räume in der eigenen Hälfte eng, im Spiel nach vorne waren die Schwaben allerdings kaum aktiv. Nach 15 Minuten war der Spielfluss auf beiden Seiten beinahe versiegt, gefährliche Strafraumszenen wurden den Fans in der HDI-Arena nicht geboten.

Wood beweist doppelt Köpfchen – Gómez verkürzt nach der Pause

Mitte der ersten Halbzeit nahm die Partie dann Fahrt auf: Nach einer Hereingabe von Niclas Füllkrug schlug Walace ein Luftloch (25.). Auf der anderen Seite verfehlte Mario Gómez das kurze Eck um einen halben Meter (27.). Praktisch im Gegenzug prüfte Füllkrug VfB-Keeper Zieler aus 20 Metern ein erstes Mal (28.). Das 1:0 lag nun in der Luft – und die Gastgeber belohnten sich: Miiko Albornoz brachte den Ball von der linken Seite in die Mitte, wo Wood den Stuttgarter Schlussmann mit einem Kopfball ins lange Eck überwand (30.). Die Führung gab den Hannoveranern Sicherheit. Nachdem Walace aus der Distanz noch an Zieler scheiterte (38.), legte 96 kurz vor der Pause nach: Wieder flankte Albornoz von links, wieder köpfte Wood ein – 2:0 (45.+1).

VfB-Coach Korkut reagierte personell auf die schwache Vorstellung seines Teams. Erik Thommy und Nicolás González kamen, Castro und Badstuber blieben in der Kabine (46.). Und Stuttgart startete nach dem Seitenwechsel mit deutlich mehr Offensivdrang: Gómez, der wegen einer Platzwunde mittlerweile mit Turban spielte, vollendete aus halblinker Position nach feinem Steckpass von Thommy ins lange Eck und verkürzte auf 1:2 (50.). Hannover hätte den alten Abstand aber schnell wiederherstellen können. Zieler rettete erst gegen den durchgebrochenen Füllkrug, Wood setzte den zweiten Versuch über das Gehäuse (55.). Es ging jetzt Schlag auf Schlag: Daniel Didavi scheiterte per Flachschuss aus 20 Metern an 96-Torhüter Michael Esser (56.).

Stuttgart fehlen die Mittel – Bebou bringt die Entscheidung

Die Gäste drängten auf den Ausgleich, ermöglichten Hannover damit aber auch Räume. Ihlas Bebou schickte Füllkrug in die Schnittstelle der VfB-Abwehr, dem Stürmer misslang aber erst die Annahme und schließlich auch der Abschluss (63.). Drei Minuten später traf González aus sehr spitzem Winkel an den kurzen Pfosten des 96-Kastens (66.). Im zweiten Durchgang entwickelte sich eine rassige und intensive Partie zwischen den beiden Kellerkindern. Viele harte Zweikämpfe und nicklige Szenen – Schiedsrichter Sascha Stegemann behielt aber den Überblick. Bebou setzte sich auf der rechten Seite gegen Christian Gentner durch und fand Wood im Sechzehner, gegen dessen Kopfball Zieler allerdings noch rechtzeitig die Fäuste hoch bekam (75.).

Nach dieser Aktion durfte Wood duschen gehen, Marvin Bakalorz sollte für Stabilität in der Schlussphase sorgen (76.). Stattdessen leitete der Joker aber die nächste Gelegenheit ein: Füllkrugs Schuss wurde von Pavard noch zur Ecke gelenkt (79.). Fünf Minuten später kam Hans Nunoo Sarpei bei den Schwaben zu seinem Bundesliga-Debüt, Kapitän Gentner ging vom Feld (84.). Stuttgart kam nicht mehr vernünftig zu Abschlüssen, Hannover machte den Sack spät zu: Haraguchi fand Bebou mit seiner Hereingabe, der Togolese überwand Zieler durch die Hosenträger zum 3:1 (90.+1). Damit feiert Hannover 96 den ersten Saisonsieg im siebten Ligaspiel und rückt auf den 16. Tabellenplatz. Der VfB Stuttgart dagegen ist nun Bundesliga-Schlusslicht.