Zieler: „Bin mit ganzem Herzen VfBler“

Noch nicht alles läuft rund beim VfB Stuttgart, dennoch ist Ron-Robert Zieler froh, zu den Schwaben gewechselt zu sein. Gegen Köln erwartet der Keeper, der eine Rückkehr in die Nationalmannschaft nach wie vor im Hinterkopf hat, eine schwere Begegnung.

Dass mit Köln am Freitag die derzeit offensiv- und defensivschwächste Mannschaft nach Stuttgart kommt, spiele keine große Rolle in den Überlegungen der Mannschaft, erklärte Zieler im Kicker-Interview (Donnerstagausgabe): „Egal, ob gegen Köln oder gegen ein anderes Team – wir haben immer den Anspruch, daheim zu gewinnen. Der Druck ist immer gleich.“ Daheim schließlich ist der VfB noch ungeschlagen. Zwei Siege und ein Unentschieden holte der Aufsteiger bislang. Gegen das Schlusslicht erwarten die Fans nun den dritten Dreier – ein Umstand, vor dem Dennis Aogo bereits gewarnt hatte.

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Um gegen Köln gewinnen zu können, müssen die Schwaben allerdings die zuletzt gezeigten Fehler abstellen. So hatte die Mannschaft etwa am vergangenen Spieltag trotz Überzahl noch durch ein Tor in der Nachspielzeit gegen Eintracht Frankfurt verloren. Solche Fehler „kann man mal machen“, erklärte Zieler den Entwicklungsprozess. „Aber man muss auch daraus lernen.“ Von der Qualität der Mannschaft nämlich ist der 28-Jährige ungeachtet dieser Probleme überzeugt. „Ich finde, dass die Mischung sehr gut ist. Wir müssen lernen und reifen, dann werden wir auch erfolgreich sein“, sagte Zieler, der sich bei seinem neuen Klub sehr wohlfühlt: „Ich bin mit ganzem Herzen VfBler.“

In Leicester gereift

Im Sommer war Zieler nach einem unbefriedigenden Jahr bei Leicester City zu den Stuttgartern gewechselt. Die Zeit in England aber bereut der Keeper nach eigenem Bekunden nicht. Leicester sei „kein verlorenes Jahr“ gewesen, erklärte er. „Ich hätte gerne mehr gespielt, habe aber auch unheimlich viel erlebt und gelernt.“ Letztlich könne man auch aus solch schwierigen Phasen positive Ergebnisse ziehen und persönlich reifen. „Ich habe mich als Persönlichkeit weiterentwickelt und bin jetzt in einer Position, in der ich noch mehr Verantwortung tragen kann und will“, sagte Zieler. „Ich bin sehr froh, dass ich den Schritt gewagt habe, und kann jedem Spieler, dem sich die Möglichkeit dazu bietet, empfehlen, auch mal ins Ausland zu gehen.“

Dabei dürfte ihm durchaus bewusst sein, dass ihm das unglückliche Intermezzo in England die Zugehörigkeit zur Nationalmannschaft gekostet hat. Obwohl ihm inzwischen andere wie Bernd Leno und Kevin Trapp den Rang abgelaufen haben, möchte der 28-Jährige das Kapitel noch nicht komplett abhaken. „Im Fußball ist immer alles möglich. Ich bin jetzt 28 und die nächsten fünf, sechs Jahre im besten Torwartalter“, erklärte er. Dennoch verschwende er keine größeren Gedanken an die Nationalmannschaft und die WM 2018. „Im Moment konzentriere ich mich völlig auf den VfB. Ich möchte weiter gute Leistungen zeigen, diese bestätigen und mit dem Verein erfolgreich sein. Dann schauen wir weiter.“