Zreľák nutzt seine Chance in der Spitze

Foto: Cathrin Mueller/Bongarts/Getty Images

Adam Zreľák musste den Bundesliga-Auftakt vor dem Fernseher verfolgen: Der Slowake spielte beim 1. FC Nürnberg bis zum neunten Spieltag keine Rolle. In der vergangenen englischen Woche trumpfte der Angreifer jedoch groß auf und katapultierte sich in der Hierarchie nach vorne – vielleicht sogar bis an die Spitze.

Bereits im ersten Saisonspiel in der Erstrundenpartie des DFB-Pokals beim SV Linx (2:1) war Zreľák entscheidend am Erfolg der Franken beteiligt. Der 24-Jährige bereitete den späten Siegtreffer durch Mikael Ishak vor und ersparte den Nürnbergern damit die kräftezehrende Verlängerung. Ein vielversprechender Einstand, der zunächst aber keine Fortsetzung fand: Zreľák verpasste den ersten Bundesliga-Spieltag bei Hertha BSC (0:1) wegen eines Infekts, in der Folge fehlte er aufgrund einer Verletzung am Sprunggelenk. Der zweifache Nationalspieler musste sich bei der U23 in der Regionalliga Bayern wieder an die erste Mannschaft herankämpfen und profitierte letztlich vom Ausfall des Teamkollegen, dem er im Pokal noch aufgelegt hatte.

- Anzeige -

Ishak musste die vergangenen drei Pflichtspiele wegen einer Innenbandzerrung aussetzen. Der Schwede war vor dieser Verletzung die klare Nummer eins im Sturmzentrum, selbst der aufstrebende Törles Knöll konnte an dieser Stellung nicht rütteln. Ob Ishak diesen Stammplatz nach seiner Rückkehr ohne Diskussion zurückerhalten wird, ist angesichts der Leistungen seines Ersatzmanns zumindest fraglich. Zreľák traf direkt bei seinem Comeback zur 1:0-Führung gegen Eintracht Frankfurt (1:1), in der zweiten Rundes des DFB-Pokals markierte er den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich in Rostock (6:4 n. E.) und am vergangenen Wochenende legte er Alexander Fuchs beim FC Augsburg (2:2) seinen Premierentreffer vor.

Slowake klettert in der Sturm-Hierarchie

Der „Club“ ist seit drei Pflichtspielen ungeschlagen und Zreľák hat erheblichen Anteil daran. Auch wenn der dritte Ligasieg der Nürnberger weiter auf sich warten lässt, konnte sich der Aufsteiger nach den herben Niederlagen in Dortmund (0:7), in Leipzig (0:6) und gegen Hoffenheim (1:3) in der englischen Woche wieder sichtbar stabilisieren. Die Franken stehen derzeit auf dem 15. Tabellenplatz. Am Samstag (15.30 Uhr) empfängt Nürnberg den VfB Stuttgart zum Kellerduell und könnte den Tabellenvorletzten mit einem Sieg auf acht Zähler distanzieren. Wer in Zukunft in der Sturmspitze auf Torejagd gehen darf, steht noch nicht fest.

Zreľák hat seine Chancen auf zukünftige Startelf-Einsätze mit den gezeigten Auftritten definitiv erhöht. Der große Vorteil des Linksfußes gegenüber Ishak und Knöll ist seine Flexibilität. Der Slowake ist zwar gelernter Mittelstürmer, kann aber auch auf den offensiven Flügeln agieren. Unter Beweis gestellt hatte er das zuletzt im Pokal beim SV Linx, als er den Linksaußen gab. Unabhängig von seiner Position will Zreľák sich in der ersten Elf etablieren. Über vermehrte Einsätze beim FCN könnte sich der 24-Jährige auch wieder in den Fokus der slowakischen Nationalmannschaft spielen. Sein letztes Länderspiel datiert vom 27. Mai 2016 (3:1 in Georgien), dabei war ihm auch sein erster und bislang einziger Treffer im Trikot der „Repre“ gelungen.